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15.06.2017
Kinderschutzbund Schleswig-Holstein: Die Terror-Angst der Kinder

Pressemitteilung des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein e.V. vom 15.06.2017

KIEL Vor dem Hintergrund zunehmender Meldungen über weltweite Terrorakte äußern auch Kinder immer häufiger Ängste vor möglichen Anschlägen in ihrer direkten Umgebung – zum Beispiel beim Besuch von Großveranstaltungen wie Volksfesten oder Konzerten. Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein rät daher zu besonderer Sensibilität für das Thema. „Auch wenn wir uns nicht an der Fortführung unserer freien Lebensweise hindern lassen sollten, müssen Eltern natürlich immer für die Sorgen ihrer Kinder ansprechbar sein und diese ernst nehmen“, empfiehlt die Landesvorsitzende Irene Johns. „Es hilft keinesfalls, die gefühlte Bedrohung zu bagatellisieren oder beiseite zu schieben. Kinder brauchen vielmehr das Gefühl, dass ihre Sorgen und Gedanken berechtigt sind und von den Eltern wahrgenommen und verstanden werden“, betont Johns. 

Fachliche Beratung zur Begleitung kindlicher Ängste gibt es in allen Kinderschutz-Zentren und in den Fachberatungsstellen des Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein. „Schon durch einen unerschrockenen Umgang mit derartigen Belastungen kann vermittelt werden: Ich bin für dich da und gemeinsam werden wir es schaffen, einen Weg zu finden, damit umzugehen“, bestätigt Manuel Florian, Leiter des Kinderschutz-Zentrums Kiel. Dass könne natürlich auch bedeuten, kurzfristig auf eine öffentliche Veranstaltung wie einen Konzertbesuch zu verzichten. Schließlich dürfe man angesichts aktuell bestehender Angst nichts erzwingen, legt Florian nahe. „Gleichzeitig sollten Eltern aber möglichst dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder im Alltag das Gefühl von Sicherheit erfahren. Geregelte Abläufe, Verlässlichkeit, haltgebende Rituale und positive Aktivitäten wie Hobbys, Spielen und Spaß mit der Familie oder Freunden können in großem Maße dazu beitragen, dass Kinder innerlich zur Ruhe kommen und die Ängste in den Hintergrund treten“, so der Psychologe.

Wichtig sei laut DKSB-SH auch, dass Kinder nicht darin unterstützt würden, grundsätzlich allen bedrohlichen Dingen oder Ereignissen aus dem Weg zu gehen. „Ein solches Vermeidungsverhalten wird von Kindern schnell als generell richtige Reaktion erlebt und birgt daher die Gefahr, auch in anderen Fällen als Strategie genutzt zu werden“, warnt die Landesvorsitzende Irene Johns.


Kontakt:

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband
Schleswig-Holstein e. V.
Sophienblatt 85, 24114 Kiel
Tel: 0431 – 66 66 79 – 0
Fax: 0431 – 66 66 79 - 16
Mail: info(at)kinderschutzbund-sh.de
www.kinderschutzbund-sh.de

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